Rennradtour von Oberstaufen an den Bodensee

Diese Ausfahrt führt nicht nur an das Ufer des flächenmäßig drittgrößten Sees Mitteleuropas, sondern auch in die Tiefen des Bregenzerwaldes. Bergspezialisten werden sich vor allem im zweiten Teil der Bodensee-Panorama-Tour mit Sulzberger Panoramastraße wie im Paradies fühlen.

Renrnadtour Oberstaufen Bodensee

Blick auf das Sportlerparadies Oberstaufen

Eckdaten zur Rennradtour an den Bodensee

3
Schwierigkeit
693,3 km
Streckenlänge
↑↓ 1570 Hm
Höhenmeter
15%
Steigung
4,5 Std.
Fahrzeit

Von Oberstaufen in Richtung „Meer“

Während wir unsere Tour in Oberstaufen beginnen, herrscht am 40 Kilometer westlich gelegenen Bodensee bereits Hochbetrieb: Fähren, Segelschiffe, Badegäste und schlendernde Touristen haben Wasser und Ufer bereits in ihren Besitz genommen. Wir müssen uns also beeilen, damit wir später noch einen Platz am »Meer« ergattern. Diese Aufgabe sollte aber gut zu meistern sein: Der See liegt nämlich knapp 400 Höhenmeter tiefer als Oberstaufen, sodass das große Kettenblatt auf der ersten Hälfte dieser Tour zum ständigen Begleiter wird. Oberstaufen selbst präsentiert sich als äußerst besucherfreundlicher Ort, in dem vor allem Outdoor-Freunde sowohl im Sommer als auch im Winter ein reiches Freizeitangebot vorfinden. Wir verlassen Oberstaufen in nordöstlicher Richtung gen Simmerberg.

Rennradtour Bodensee

Panoramablick auf den Bodensee

Eine Kapelle am Wegesrand gibt dabei den Weg an, sodass man den entsprechenden Linksabzweig nicht verfehlt. Wellig und kurvig zieht sich die Strecke nun dahin und auf den gut asphaltierten Nebenstraßen hält sich der Verkehr in Grenzen, sodass man gemütlich durch die von vielen runden Grasbuckeln durchzogene Landschaft weiterkurbeln kann. Einzig hinter Genhofen [km 5] erwartet einen eine Bergprüfung – die einzige auf dem Weg zum Bodensee: Gut einen Kilometer geht es mit durchschnittlich zehn Prozent bergauf, ehe man es auf dem Radweg bis Simmerberg [km 9] gemütlich rollen lassen kann. Im Ort angekommen, wendet man sich nach der zweikehrigen Abfahrt über eine wunderschöne Ahornallee nördlich gen Oberhäuser [km 14], wo man links über eine weitere Nebenstraße nach Heimenkirch [km 19] gelangt.

Dessen Ortstafel zeigt es an: Man befindet sich mittlerweile im Kreis Lindau-Bodensee – das »Meer« ist also nicht mehr weit. Immer geradeaus kurbelnd kommen wir an der Meckatzer Brauerei sowie der Hochland-Käserei vorbei und gelangen auf einem Radweg weiter nach Opfenbach [km 24]. Die nächsten Kilometer führen nun schnurstracks dem Bodensee entgegen. An schönen Tagen kann man ihn schon jetzt anhand des Dunstschleiers in der Ferne erkennen. Zwischen gemähten Feldern und einzelnen Höfen hindurch erreicht man so die österreichische Grenze, die man im Laufe eines kurzen Gegenanstiegs hinter Niederstaufen [km 29] überquert.

Südsee-Feeling auf der Rennradtour zum Bodensee

Auf der Höhe von Hörbranz [km 35] kann man dann den Bodensee zum ersten Mal auch wirklich sehen. Am besten fährt man dabei auf den vorhandenen Radwegen – gerade an schönen Tagen herrscht hier nämlich enormer Autoverkehr. Nach 39 Kilometern stößt man dann bei Lochau an die Uferpromenade des Sees. Am besten genießen kann man diese einen Kilometer später in Bregenz. Die zahlreichen Eisdielen und Cafés laden zur Rast ein, die man aufgrund der überwältigen- den Sicht auf jeden Fall einlegen sollte. Auch zur Stärkung für die folgenden Aufgaben ist eine Einkehr in Bregenz sinnvoll – denn nun erwartet uns der bergige Teil der Runde.

Rennradtour Bodensee

Sulzberg, auf der Rennradtour zum Bodensee

Und dieser beginnt bereits am Ortsausgang von Bregenz: Über Montfort- und Römerstraße folgt man der Beschilderung nach Sulzberg und verlässt so die Uferpromenade bald wieder. Die hoch über Bregenz schwebende Ortschaft Fluh ist nun unser Ziel und der Anstieg dorthin hat es in sich: 340 Höhenmeter auf dreieinhalb Kilometern – die nackten Daten verraten, dass es sich nicht nur um eine kleine Welle handelt. Über zwei Serpentinen schraubt sich die bis zu 15 Prozent steile sowie sehr enge Straße im Wald aufwärts – schöne Bodenseeblicke sind jedoch garantiert. Im Ort angekommen [km 47], erhält man zudem eine tolle Sicht auf die Weiten des Bregenzerwaldes. Vorsicht ist dann in der am Dorfausgang beginnenden Abfahrt geboten: Mit bis zu 19 Prozent stürzt man sich hier erneut in die Tiefe.

TOUR AUF EINEN BLICK

km 0 Oberstaufen
km 13 Simmerberg
km 19 Heimenkirch
km 40 Bregenz
km 47 Fluh
km 55 Fahl
km 62 Sulzberg
km 72 Krumbach
km 80 Simlisgschwend
km 93 Oberstaufen

Die Sulzberger Panoramastraße

Nach nicht einmal zwei Kilometern ist der Sturzflug allerdings überstanden und man stößt auf die breite, von Bregenz kommende Hauptstraße nach Langen. Im direkt nach der Kreuzung folgenden Wirtatobel-Tunnel schalten wir dann kurz das Licht an, ehe wir uns über Langen [km 52] Fahl [km 55] nähern. Eine kurze Abfahrt bringt im Anschluss etwas Erholung, bevor die Straße nach der Rotach- Brücke wieder zu steigen beginnt. Es geht nun links nach Sulzberg – der nächste lange Berg wartet: Sieben Kilometer und knapp 500 Höhenmeter gilt es zu überwinden, bevor man das 1015 Meter hoch gelegene Sulzberg, den höchsten Ort dieser Tour, erreicht.

Die Bergstraße ist dabei nicht nur eine Kraftprobe für die Beine, sondern auch ein absoluter Leckerbissen für die Augen: Im Laufe der zahlreichen Kurven hat man nämlich beinahe immer einen herrlichen Blick auf die umliegende Umgebung. Einige Aussichtsbänke am Wegesrand laden dabei verlockend zur Rast ein. Nach einem schwierigen Beginn lässt die Steigung im oberen Teil etwas nach. Mit sieben Prozent muss man aber auch hier rechnen. Die Sulzberger Kirche kündigt dann das Ende der kraftraubenden Kletterpartie an – die Einkehrstation [km 52] wartet bereits. Stoppen sollte man unbedingt, denn vor allem an warmen Sommertagen bietet sich hier eine atemberaubende Fernsicht und der Bregenzerwald liegt einem sprichwörtlich zu Füßen.

Kräfte sammeln für die Fahrt nach Simlisgschwend

Frisch erholt geht es kurvig nach Doren hinab. Einige Bodenwellen mahnen zur Vorsicht, während man sich am grünen Berghang entlang Meter für Meter nach unten schlängelt und im Ort [km 67] erneut auf die Bregenzerwald-Straße stößt. Vorbei an grasendem Braunvieh geht es links weiter hinab, bis man den Lauf der Weißach überquert und nach einer waldigen Rechtskurve in den nächsten Gegenanstieg hineinjagt: Immerhin 130 Höhenmeter sind es bis Krumbach [km 72] und langsam spürt man wirklich die Beine.

Karte zur Rennradtour Oberstaufen – Bodensee

Rennradtour Bodensee

Karte Rennradtour Bodensee – Oberstaufen – Sulzberg

Im Ort angekommen, biegt man dann erneut links ab und überquert in einer lang gezogenen Rechtskurven-Abfahrt die bereits aus Tour 17 bekannte Bolgenach – das Ziel Oberstaufen ist schon angeschrieben. Bis Neuhaus [km 75] geht es nun auf der breiten Straße wellig dahin, bis man diese in der Ortsmitte nach links auf einem schmalen Nebenweg verlässt. Der nächste Anstieg hinauf nach Simlisgschwend wartet. Diesen kann man mit müden Beinen theoretisch auch auslassen – so würde man sich sieben Kilometer und immerhin ganze 320 Höhenmeter sparen. Für alle Bergbegeisterten führt die Route auf dem schmalen Weg jedoch zuerst steil bergab. Zwei Serpentinen und eine erneute Überquerung der Weißach später beginnt dann aber die Steigung: Fünf Kehren und 260 Höhenmeter lassen Bergfahrer nochmals mit der Zunge schnalzen – vor allem weil hier einfach nichts los ist und man sich die Straße lediglich mit den Bewohnern der vereinzelt am Berghang liegenden Bauernhöhe teilen muss. Hat man das kleine Vorarlberger »L’Alpe d’Huez« dann bewältigt [km 80], kann man nochmals die Aussicht auf der rechten Seite genießen.

Auch nach Hause ist es nun nicht mehr weit: Auf den Rad-Wegweisern hier ist Oberstaufen bestens angeschrieben und so fährt man rechts hinunter nach Unterlitten [km 84], wo man auf Höhe des Golfclubs Bregenzerwald erneut auf die Bundesstraße nach Oberstaufen trifft. Man folgt nun einfach den Wegweisern, überquert die durch eine Steinbrücke gekennzeichnete deutsche Grenze und über Aach [km 85] und Steinebach [km 87] gelangt man schließlich ins Oberstaufen vorgelagerte Weißach [km 91]. Nun heißt es, noch einmal im Sattel aufzustehen und die letzten 80 Höhenmeter zum Startpunkt zu bewältigen. Diese sind aber dank der breiten, gut rollenden Straße kein Problem mehr und so erreicht man schnell die Ortsmitte. Man kann nun beschwingt vom Sattel steigen: Nicht nur, weil man zahlreiche Höhenmeter gesammelt, sondern auch viele reizvolle Panorama-Eindrücke aufgesogen hat.

Höhenprofil zur Rennradtour Oberstaufen – Bodensee

Rennradtour Bodensee

Höhenprofil: Rennradtour Bodensee

Tourencharakter Nach anfänglicher Einrollphase entfaltet diese Runde ihre Hauptschwierigkeiten im zweiten Teil. Man sollte dabei darauf gefasst sein, 500 Höhenmeter am Stück zu bewältigen. Eine Kompaktkurbel ergibt also durchaus Sinn. Im Wirtatobel-Tunnel ist zudem Licht empfehlenswert.
Ausgangspunkt Oberstaufen (792 m)
Endpunkt Oberstaufen (792 m)
Karte Topografische Karte des Bayerischen Landesvermessungsamts 1:200 000
Anfahrt Oberstaufen liegt direkt an der Bundesstraße B 308.
Zug Außerdem verfügt die Stadt über einen großen Bahnhof an der Allgäu-Linie München–Lindau.
Einkehr-Tipp Gasthof Alpenblick Dorf, 12 A-6934 Sulzberg , Tel. 0043/(0)5516-22 17, gasthof@alpenblick.co.at www.alpenblick.co.at
Tourist-Info Oberstaufen Tourismus Marketing GmbH, Hugo-von Königsegg-Straße 8, 87534 Oberstaufen,Tel. 08386/930 00, info@oberstaufen.de, www.oberstaufen.de
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